E011 – Bolz & Vorurteil mit Nora Hespers (Teil 2)

Deutschlands führender Philosophiepodcast hat sich für die elfte Episode mal wieder Verstärkung geholt: Podcast-Expertin und Radiojournalistin Nora Hespers ist der Einladung gefolgt und hat die rustikale Herrenrunde mit ihrer charmanten Eloquenz bereichert. Da das umtriebige Tratschtrio einen XXL-Talk hinlegte, wurde die Episode in zwei Teile geteilt. Im ersten Teil (Bolz) geht thematisch viel um den vergangenen Confed-Cup und im zweiten Teil (Vorurteil) um ein etwas ernsteres Thema, nämlich Homophobie im Fussball. Wenn ihr wissen wollt, ob dieser Ritt auf der Themenrasierklinge gelungen ist, hört mal in beide Teile rein. Unabhängig davon bleibt aber festzuhalten: Wenn der Vogel schlafen will, dann will er schlafen.

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2 thoughts on “E011 – Bolz & Vorurteil mit Nora Hespers (Teil 2)

  1. Moin Bolz, moin Grätsch.

    Erstmal: Glückwunsch zu Eurem Podcast-Projekt. Das ist im Großen und Ganzen schon eine wirklich respektable Nummer. Ich höre Euch sehr gern zu.

    Einigermaßen schockiert hat mich allerdings Eure Haltung zum Thema „Homophobie auf Kreisligafußballplätzen“. Ich hoffe Ihr wisst, was ich meine – wir haben uns ja auf Twitter kurz darüber ausgetauscht. Dass sie vorhanden ist, ist Fakt und schon mal großer Mist. Da sind wir uns einig. Allerdings kann ich nicht mit Euch mitgehen, wenn Ihr behauptet, dass man nichts dagegen tun könne. „Was kann ich schon allein dagegen ausrichten“ und „Ich mit meinen 1,70 Metern komme da nicht weit“ meine ich gehört zu haben – nagelt mich bitte nicht auf den genauen Wortlaut fest, aber so ähnlich habt Ihr es gesagt. Die Quintessenz war es jedenfalls. Das sind in meinen Augen aber Ausreden. Ich empfinde diese Aussagen auch als Nackenschlag gegen alle, die sich der Homophobie entgegenstellen. Und letztlich ist es doch auch so: Wer nichts tut/sagt, hilft den Idioten.

    Ich weiß, dass Ihr das nicht wollt. Und ebenso weiß ich, dass Angst vor drohenden Prügel lähmend sein kann und einem im Zweifel das Hemd näher ist als die Hose. Aber alles stumm hinnehmen? Nee. Wie wäre es denn, wenn Ihr klein anfangt? In meiner Mannschaft (ich bin ein alter Sack, inzwischen spiele ich längst nicht mehr) war es so, dass es da auch den einen oder anderen Hornochsen gab: Ein frauenfeindlicher Spruch hier, ein schwulenfeindlicher Spruch dort. In meinem eigenen Team! Irgendwann habe ich meine Klappe aufgerissen und den Herrschaften meine Meinung gegeigt. Wenn dann irgendwann nochmal ein Spruch in diese Richtungen kam, musste ich nur noch schief gucken. So ähnlich kann es auch bei Euch laufen. Sucht Euch Gleichgesinnte im Team, werdet mehr. Dann fällt es auch leichter, eine Geschlossenheit auf den Platz zu bringen, die dann auch mal die Idioten im gegnerischen Trikot zum Schweigen bringen kann. Der kleine Flügelschlag des Schmetterlings, der einen Tornado auslösen kann.

    Jetzt komme ich daher wie der allwissende Superonkel aus den Weiten des Internets. Will ich irgendwie auch nicht. Aber die Worte wollte ich dennoch loswerden. Nehmt sie mir bitte nicht zu übel.

    Liebe Grüße
    Sascha (aka @rebiger – und hey: Ich podcaste auch, wenn auch nicht so toll wie Ihr. „In Dino Veritas“, hört bei Gelegenheit mal rein, ab August gibt’s neue Folgen.)

    1. Erstmal: Danke fürs Lob & sehr cool, dass du die Ankündigung von einem etwas längeren Kommentar wahr gemachr hast. Davon lebt ja die Amateurpodcast/blog-Szene 😉

      Hast natürlich vollkommen Recht damit, dass es keine Lösung ist den Status Quo „hinzunehmen“. Wenn einem Strukturen auffallen, die andere diskriminieren sollte man immer reagieren. Wenn ich für mich (Max) spreche, dann kann ich schon behaupten dies zu tun. Mit Sicherheit aber nicht mit der Vehemenz, die es brauchen würde. Und hier ist das Problem: Ich hab leider die Erfahrung gemacht, dass bei solchen, die sich homophob äußern, die Denkweise (wahrscheinlich eher aus Gewohnheit) tiefer verankert ist, als man es mit einigen verbalen Richtigstellungen beim Training ein bis zwei Mal die Woche aufbrechen könnte. Der Ablauf eines Fussballtraining ist halt auch selten der richtige Rahmen um verankerte Denkweisen anzukratzen.

      Nichtsdestotrotz nehm ich mich aber nicht aus der Pflicht. Vor allem nach dem Podcast werd ich da zukünftig auch nochmal sensibilisierter als ohnehin mit umgehen. Und hoffe einfach, dass meine Erfahrungen halt dann negativer waren, als es der Gesamtdurchschnitt aller Amateurkicker ist.

      Dennoch ist es sowieso gut, wenn wir mit dem Podcast und der Diskussion Leute zum Nachdenken bringen.

      In diesem Sinne. Und in deinen Podcats hören wir natürlich auch mal rein, Ehrensache. 👌

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